50 Jahre Alte Musik: Innsbruck zwischen Erinnerung und Zukunft
INNSBRUCK, SCHLOSS AMBRAS, SPANISCHER SAAL
Montag, 10. August 2026, 20 Uhr
A Tribute to Alan
Werke von Alessandro Scarlatti, Georg Friedrich Händel, Henry Purcell, Antonio Vivaldi, Francesco Geminiani & Christoph Willibald Gluck
Anna Bonitatibus, Mezzosopran
Accademia Bizantina
Ottavio Dantone, Cembalo & Leitung
PROGRAMM
Georg Friedrich Händel (1685–1759)
Concerto grosso in F-Dur, op. 6 Nr. 2, HWV 320
Larghetto – Andante – Allegro – Largo – Larghetto, andante e piano – Allegro ma non troppo
Aus Rodrigo, HWV 5, Dramma per musica in 3 Akten
«Siete assai superbe, o stelle» — Arie des Rodrigo, II, 5
Aus Deidamia, HWV 42, Dramma per musica in 3 Akten
«No, quella beltà non amo» — Arie des Ulisse, II, 9
Alessandro Scarlatti (1660–1725)
Aus Il giardino di rose, Oratorium in zwei Teilen
Introduzione: Adagio – Presto – Largo e piano – Allegro
«Mentr’io godo in dolce oblio» — Arie der Speranza, 2. Teil
— Pause —
Henry Purcell (1659–1695)
Aus Dido and Aeneas, Z. 626, Oper in 3 Akten
«Thy hand, Belinda… When I am laid in earth» — Dido, III, 2
Christoph Willibald Gluck (1714–1784)
Aus Paride ed Elena, Wq. 1.41, Dramma per musica in 5 Akten
«Le belle immagini» — Arie des Paride, II, 3
Francesco Geminiani (1679–1762)
Concerto grosso in e-Moll, op. 3 Nr. 6 (1732)
Adagio – Allegro – Adagio – Allegro – Adagio – Allegro
Antonio Vivaldi (1678–1741)
Aus Il Giustino, RV 717, Dramma per musica in 3 Akten
«Sento in seno ch’in pioggia di lagrime» — Arie des Anastasio, II, 1
Aus La fida ninfa, RV 714, Dramma per musica in 3 Akten
«Alma oppressa sorte crudele» — Arie der Licori, I, 9
ZUGABEN
Georg Friedrich Händel
«L’alma mia fra le tempeste», aus Agrippina
Antonio Vivaldi
«Sonno», aus La Griselda
Die Kunst der Raffinesse
Eine Hommage an Alan Curtis mit Anna Bonitatibus
Elf Jahre mussten vergehen, bis die Innsbrucker Festwochen offiziell einem jener Künstler Tribut zollten, die ihre Geschichte nachhaltig geprägt haben: Alan Curtis, der am 15. Juli 2015 in Florenz verstarb. Cembalist, Musikwissenschaftler, Pädagoge, Dirigent und unermüdlicher Archäologe des Barockrepertoires – der Amerikaner trug seit Ende der 1970er-Jahre entscheidend dazu bei, Innsbruck zu einem der bedeutendsten Zentren für die Wiederentdeckung der Alten Oper zu machen.
Mit seinem Il Complesso Barocco brachte er hier unter anderem Susanna von Stradella, Monteverdis L’incoronazione di Poppea, Landis Sant’Alessio, Händels Ariodante und Rodrigo sowie Glucks Armide auf die Bühne.
Eine späte Hommage also, die sich dennoch aufdrängte. Denn Curtis war weniger ein Theaterdirigent im spektakulären Sinne als vielmehr ein Vermittler, Entdecker und praktizierender Musikwissenschaftler.
Dramatischer Furor und szenischer Instinkt gehörten nicht immer zu seinen schärfsten Waffen; seine immense Leistung lag vielmehr darin, vergessene Partituren ans Licht zu holen, sie aus historisch informierter Perspektive neu zu erschließen und ihnen vor allem durch Einspielungen mit herausragenden Sängerbesetzungen des Barock-Revivals ein zweites Leben zu schenken.
Händel stand selbstverständlich im Zentrum dieses Wirkens – mit Rodrigo, Deidamia, Rodelinda, Radamisto, Ezio, Tolomeo, Alcina, Ariodante und vielen weiteren Werken. Auch Vivaldi fehlte nicht, allen voran Motezuma, dessen Aufnahme für uns bis heute zu seinen bedeutendsten Projekten zählt.
Diese Produktionen begleiteten zugleich den Aufstieg von Sängerinnen, die später zu unverzichtbaren Größen des Barockgesangs wurden: Ann Hallenberg, Simone Kermes, Marijana Mijanovic, Joyce DiDonato, Maite Beaumont, Mary-Ellen Nesi – und nicht zuletzt Anna Bonitatibus, die unter anderem in Deidamia und Tolomeo mitwirkte.
Es war daher besonders folgerichtig, die italienische Mezzosopranistin mit diesem Tribut zu betrauen – begleitet von der Accademia Bizantina und Ottavio Dantone. Das Programm war wie ein Erinnerungsalbum konzipiert und versammelte jene Komponisten, die im Zentrum von Curtis’ Forschungen standen: natürlich Händel und Vivaldi, aber ebenso Purcell, Scarlatti, Geminiani und Gluck.
Alles beginnt mit Händels Concerto grosso in F-Dur op. 6 Nr. 2. Die Accademia Bizantina etabliert sofort jene Eleganz ohne Überfrachtung, die den Abend prägen sollte. Ottavio Dantone bevorzugt am Cembalo wie am Dirigentenpult klare Linien und geschmeidige Artikulationen. Das kompakte, prägnante Orchester versteht es zugleich, der Musik Raum zum Atmen zu lassen.
Doch erst mit der Stimme gewinnt das Porträt Curtis’ wirklich Gestalt. In Rodrigo gestaltet Anna Bonitatibus „Siete assai superbe, o stelle“ mit einer Virtuosität, die niemals zum bloßen Schaustück gerät. Die Arie besticht durch ihre Kontraste, vor allem aber durch die fulminanten Koloraturen auf dem Wort „fulminando“, in denen die Sängerin ihre Stimme mit bemerkenswerter Präzision zirkulieren lässt.
In dieser Seite scheint ein Echo zweier Händel’scher Welten auf: die Spannung der Arie „Pensieri“ aus Agrippina und die selbstbewusste Arie „Fermati!“ aus der Kantate Aminta e Fillide. So treten hinter der Partitur die Figuren und Affekte hervor, die ihr eigentliches Material bilden.
Dann folgt jener Moment der Schwebe, in dem Anna Bonitatibus die fast frontale Projektion zugunsten eines samtigen, umhüllenden, fein dosierten Mezzavoce aufgibt. In Alessandro Scarlattis „Mentr’io godo in dolce oblio“ scheint die Stimme wie durch einen Schleier zu uns zu dringen. Die Wirkung ist bezaubernd: Wenige Takte genügen, um eine Atmosphäre des halb erwachten Traums zu schaffen, als beginne die Musik zu schweben.
Mit Händel findet die Sängerin anschließend wieder zu ihrem bevorzugten Terrain zurück. In „No, quella beltà non amo“ aus Deidamia zeigt sie, wie sehr ihre Kunst auf einer außergewöhnlich präzisen Textgestaltung beruht. Das perfekt artikulierte Italienisch wird selbst zum musikalischen Material; jedes Wort scheint gewogen, gefärbt und ausgerichtet. Charakter und Kontraste treten hier besonders deutlich hervor.
Doch mit Agrippina als Zugabe wird die Verkörperung vollkommen. In „L’alma mia fra le tempeste“ kehrt Anna Bonitatibus zu einer Partie zurück, die sie auf internationalen Bühnen so häufig gesungen hat – zuletzt erst kürzlich an der Opéra de Rouen –, dass sie inzwischen untrennbar mit ihrer Stimme verbunden ist. Die Koloraturen strömen mit verblüffender Leichtigkeit hervor, in beinahe stratosphärischem Tempo, doch stets mit jener stilistischen Souveränität, die verhindert, dass Virtuosität zum Selbstzweck wird.
Feuer, Perfidie, Temperament: Agrippina ist da. Diese Fähigkeit, zu charakterisieren, ohne zu karikieren, gehört zu den großen Stärken der Mezzosopranistin. Ihr unverwechselbares Timbre bewahrt jene leichte Vibration, die ihm eine besondere Ausdruckskraft verleiht. Vor allem die Höhen scheinen zu schweben, nur von einem hauchdünnen Faden gehalten – eine Fragilität, die ihre Auflösung umso riskanter und kostbarer macht.
Und welch eine Fantasie in den Da-capo-Teilen, die die Künstlerin niemals mechanisch wiederholt. Ornamente, Variationen und Kadenzen tragen gleichermaßen zur Rekonstruktion des musikalischen Diskurses bei. Die Schlusswendungen der Arien können sich monumental, beinahe theatralisch entfalten, ohne jemals die Noblesse des Stils zu verlieren.
Nach so viel Virtuosität ist der Kontrast zu Dido umso eindringlicher. Purcells „When I am laid in earth“ wird mit einer Schlichtheit gestaltet, die erschüttert. Kein aufgesetzter Effekt, kein zusätzliches Pathos: nur eine Linie, die sich allmählich entkleidet, bis zum endgültigen Erlöschen auf einem leicht vibrierenden Stimmfaden – als verschwände die Figur vor unseren Augen.
Vielleicht zeigt sich gerade hier die Kunst Bonitatibus’ am deutlichsten: zu wissen, dass Emotion nicht unterstrichen werden muss, um ihr Ziel zu erreichen.
Das Programm eröffnet anschließend weitere Facetten dieser Stimme: Vivaldis Klage in „Sento in seno ch’in pioggia di lagrime“, die hellere Anmut Glucks in „Le belle immagini“ aus Paride ed Elena. Scarlattis Il giardino di rose vervollständigt diesen Parcours durch jene musikalischen Landschaften, die Curtis vertraut waren.
Der Sängerin gegenüber erweist sich die Accademia Bizantina als luxuriöser Klangrahmen. Besonders die Pizzicati bei Vivaldi besitzen eine beinahe tastbare Zartheit, die die Begleitung in einen wirklichen Klangschmuck verwandelt. Die Instrumentalseiten von Geminiani und Händel erlauben zudem, die Raffinesse der Streicher zu genießen, ihre Klarheit und ihre Fähigkeit, zwischen Spannung und Sanftheit zu wechseln, ohne den musikalischen Diskurs zu beschweren. Ottavio Dantone, Cembalist ebenso wie Dirigent, führt das Ensemble mit diskreter Autorität.
Keine spektakuläre Geste: Die Musik bewegt sich natürlich, in einem gemeinsamen Atem. Diese Zurückhaltung entspricht dem Geist des Programms besonders gut. Vor allem lässt sie der Solistin den nötigen Raum, die Affekte zu formen.
Ganz ohne Vorbehalte bleibt der Abend allerdings nicht. Einige Koloraturen, insbesondere in „Alma oppressa“, wirken bisweilen bewusst ausgedünnt, um Präzision und Geschwindigkeit zu gewinnen. Das Verfahren ermöglicht eine bemerkenswerte Kontrolle der Linie, nimmt dem vokalen Material jedoch stellenweise etwas an Dichte und Projektion. Auch die tiefen Lagen können weniger präsent erscheinen als früher. Nichts davon stellt die Autorität der Künstlerin infrage; die Jahre haben das Gleichgewicht einer Stimme naturgemäß verändert, die dennoch eine bemerkenswerte Langlebigkeit und Pracht bewahrt. Ihr jüngster Auftritt in Pergolesis L’Olimpiade in Beaune hat dies erneut bewiesen. Bedauerlich ist allerdings auch, dass die Sängerin allzu oft in ihre Partitur vertieft bleibt.
Bei einem Abend, der als so persönlicher Tribut konzipiert war, hätten einige zusätzliche Momente des direkten Kontakts mit dem Publikum die emotionale Wirkung noch verstärkt. Einige auswendig gesungene Arien hätten zweifellos noch unmittelbarer gewirkt.
Glücklicherweise war Alan in jeder Partitur, jeder Koloratur, jedem Namen, der in diesem Programm wieder auftauchte, als unsichtbare Spur gegenwärtig. Man hätte sich gewünscht, dass diese Hommage früher stattgefunden hätte. Ebenso hätte man sich vorstellen können, zu diesem Anlass Il Complesso Barocco wieder auferstehen zu lassen – jenes von Curtis gegründete und geleitete Ensemble, das heute nicht mehr als Formation existiert.
Die Präsenz der Accademia Bizantina und Dantones erweist sich dennoch als besonders schlüssige Wahl: Der heutige musikalische Leiter der Festwochen steht genau in jener Tradition von Dirigenten, die Curtis’ Arbeit in Innsbruck nach René Jacobs und Alessandro De Marchi weitergeführt haben. Und Anna Bonitatibus war ihm diesen Abend durchaus schuldig. Sie, die eine seiner Stimmen auf Schallplatte gewesen war, kehrt nun zurück, um ihm zurückzugeben, was er ihr gegeben hatte: ein Repertoire, Vertrauen, eine Geschichte.
Die letzte Zugabe sagt dies mit einer unendlich beredteren Zartheit als lange Reden. „Sonno“ aus Vivaldis La Griselda: nur wenige Takte, von erschreckender Fragilität, auf des Messers Schneide zu singen. Anna Bonitatibus streift die Musik beinahe nur, fast auf Zehenspitzen, wie ein Wiegenlied für denjenigen, dem dieser Abend gewidmet war. Dann hebt sie die Hände zum Himmel: Alan wäre vermutlich glücklich gewesen. Und stolz.
Der prächtige Spanische Saal mit seinen faszinierenden Porträts verlieh dem Moment zusätzliche Feierlichkeit. Bedauerlich allerdings, dass dieser so bewundernswerte Raum nicht optimal für Konzerte geeignet ist: Nur die Zuschauer direkt vor dem Podium genießen eine wirklich befriedigende Akustik und Sicht, während die seitlichen Plätze deutlich benachteiligt sind.
Doch am Ende dieses Abends bleibt eines: Die Hommage kam spät, aber das Wesentliche war da. Eine Stimme, die zu den musikalischen Weggefährtinnen Curtis’ gehörte, ein Orchester, das das Erbe historisch informierter Barockinterpretation hochhält, und vor allem ein Programm, das daran erinnerte, wie sehr die immense Arbeit dieses Mannes bis heute in unseren Konzertsälen nachhallt.
Elf Jahre nach seinem Tod hatte Alan Curtis endlich seinen Abend.
Antoine Fournier
Fotos © Amir Kaufmann
Fotos © Amir Kaufmann
Innsbruck, Landestheater, mardi 11 et mercredi 12 août 2026 18h30
Il pomo d’oro, opéra en cinq actes et un prologue de Pietro Antonio Cesti (1623–1669), sur un livret de Francesco Sbarra. Créé à Vienne en 1668.
Reconstitution de la musique des actes III et V disparus : Ottavio Dantone
Œuvre donnée sur deux soirées, en italien, avec surtitres en allemand et en anglais.
Durée : environ 3 h 30, avec un entracte par soirée.
Gloria Austriaca & Giunone : Sophie Rennert, mezzo-soprano
Spagna & Venere : Jone Martínez, soprano
Sardigna & Pallade : Shira Patchornik, soprano
Amore, Hebe & Zeffiro : Jiayu Jin, soprano
Proserpina, Tesifone & Aglaie : Neima Fischer, soprano
Discordia, Aletto & Eufrosine : Ester Ferraro, mezzo-soprano
Ennone : Mathilde Ortscheidt, alto
Italia, Mercurio & Alceste : Margherita Maria Sala, contralto
Imeneo & Apollo & Adrasto : Filippo Mineccia, contre-ténor
Aurindo : Rémy Brès-Feuillet, contre-ténor
Boemia, Ganimede & Elemento del foco : Paul Figuier, contre-ténor
Megera, Volturno & Pasithea : Danilo Pastore, contre-ténor
America & Filaura : Alberto Allegrezza, ténor
Marte & Austro : Žiga Čopi, ténor
Hongheria, Paride & Euro : Mauro Borgioni, baryton
Imperio, Giove & Eolo : Giacomo Nanni, baryton
Germania & Bacco : Balázs Bán, basse
Plutone, Caronte & Sacerdote : José Coca Loza, basse
Nettuno & Cecrope : Federico D. E. Sacchi, basse
Momo : Rocco Cavalluzzi, basse
NovoCanto : chœur — dieux, soldats, jeunes filles et serviteurs du temple
Street Motion Studio : compagnie de danse
Associazione Culturale Fattoria Vittadini : compagnie de danse
Accademia Bizantina : ensemble
Direction musicale : Ottavio Dantone
Mise en scène : Fabio Ceresa
Décors : Nikolaus Webern
Costumes : Giuseppe Palella
Lumières : George Tellos
Chorégraphie : Davide Riminucci
Préparation des chœurs : Brigitte Wurzer
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Innsbruck, Château d'Ambras, salle espagnole, le lundi 17 août 2026 20h
Un giro d'Italia
oeuvres de Niccolò Jommelli, Johann Adolph Hasse, Niccolò Piccinni, W. A. Mozart...
Arianna Venditelli, soprano
Academia Montis Regalis
Chiara Cattani, direction
programme :
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Innsbruck, Haus der Musik, Kammerspiele, vendredi 21 août 2026 19h, première.
Georg Friedrich Haendel (1685–1759)
Atalanta, opéra en trois actes.
Livret : anonyme, d’après La caccia in Etolia de Belisario Valeriano.
Création : Londres, 1736.
Opéra donné en italien, avec surtitres allemands.
Durée : environ 2 h, avec un entracte.
Atalanta : Silvia Porcellini, soprano
Meleagro : Sarah Hayashi, soprano
Irene : Justina Vaitkute, alto
Aminta : Salvador Simão, ténor
Nicandro : Peter Edge, baryton
Mercurio : Pierre Gennaï, basse
Orchestre de la Schola Cantorum Basiliensis
Direction musicale : Andrea Buccarella
Mise en scène et lumières : François de Carpentries
Décors, costumes et dramaturgie : Karine Van Hercke
Vidéos : Aurelie Remy
Dramaturgie et surtitres : Uma Tholen
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Innsbruck, Haus der Musik, Großer Saal, samedi 22 août 2026 20h,
Georg Friedrich Haendel (1685–1759) : La Bellezza ravveduta nell’ Trionfo del Tempo e del Disinganno, HWV 46a, oratorio en deux parties.
Création : Rome, 1707.
Durée : environ 2 h 30, avec un entracte..
Bellezza : Sunhae Im, soprano
Piacere : Kateryna Kasper, soprano
Disinganno : Filippo Mineccia, contre-ténor
Tempo : Thomas Walker, ténor
Freiburger Barockorchester : orchestre
Direction musicale : Attilio Cremonesi
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